Micron Document
____ _ _ _ _
| _ \ ___ | |_ (_) _ __ ___ __| | (_) __ _
| |_) | / _ \ | __| | | | '_ \ / _ \ / _| | | | / _ |
| _ < | __/ | |_ | | | |_) | | __/ | (_| | | | | (_| |
|_| \_\ \___| \__| |_| | .__/ \___| \__,_| |_| \__,_|
|_|


The NomadNet German Wikipedia | Archives | Info
- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b- `b

🔍 Search

ÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻÂŻ

Standard-Bus
──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────
top
Der Standard-Bus, auch VÖV-Standard-Linienbus oder VÖV-Bus, ist ein von 1968 bis 2000 in zwei Modell-Generationen von verschiedenen deutschen (und auch europĂ€ischen) Omnibus-Herstellern gebauter vereinheitlichter Typ von Stadt- und Überlandbussen. Dieser wurde in Zusammenarbeit mit dem Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV) entwickelt, um die kaum noch ĂŒberschaubare Typenvielfalt der Nachkriegszeit zu reduzieren und damit Busfahrer, FahrgĂ€ste, Busbetreiber und WerkstĂ€tten markenĂŒbergreifend und herstellerunabhĂ€ngig gleiche Bedingungen vorfinden. Insbesondere vereinfachten sich fĂŒr die öffentlichen Verkehrsbetriebe in Deutschland die Vorhaltung von Ersatzteilen und die BeschĂ€ftigung von fachkundigem Wartungs- und Reparatur-Personal. Die Standard-Busse waren von den spĂ€ten 1960er Jahren bis in die 1990er Jahre der typische Linienbus in der Bundesrepublik Deutschland. Durch Exporte deutscher Hersteller war vor allem das Modell der ersten Generation (SL I) in verschiedenen LĂ€ndern der Welt anzutreffen. Andererseits wurde der SL I auch – zum Teil abgewandelt – in anderen europĂ€ischen Staaten nachgebaut. Auf Basis des Standard-Linienbusses wurden auch verschiedene Versionen von Oberleitungsbussen hergestellt.

Contents

‱ Literatur
‱ Weblinks

──────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────────

Der Standard-Stadtbus (VÖV-Bus und SL II)

Vorgeschichte

Nach dem Zweiten Weltkrieg entfaltete sich im damaligen Westdeutschland eine große Vielfalt von Omnibustypen – es gab damals noch viel mehr Hersteller von Omnibussen als heute. Dies fĂŒhrte bei öffentlichen Verkehrsbetrieben zu dem Problem, fĂŒr die unterschiedlichsten Bustypen Ersatzteile bevorraten und fachkundiges Wartungs- und Reparatur-Personal beschĂ€ftigen zu mĂŒssen. Die Hamburger Hochbahn (HHA) regte daher im Jahr 1959 an, einen deutschen Einheits-Stadtbus zu konstruieren, um Beschaffung, Wartung und Reparatur der Busse zu vereinfachen und dadurch die Kosten zu senken.

Mit der Umsetzung dieser Aufgabe beschĂ€ftigte sich der Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV), der letztlich im Jahr 1991 im Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) aufging. Der VÖV erstellte ein Lastenheft, in dem die Eigenschaften und technischen Spezifikationen des Standard-Stadtbusses definiert und festgelegt wurden: Der im Oktober 1966 vom VÖV eingerichtete Arbeitskreis „Standard-Linienbus“ erarbeitete unter maßgeblicher Mitarbeit der FahrzeugwerkstĂ€tten Falkenried (FFG, damals Teil der Hamburger Hochbahn) Kriterien fĂŒr einen modernen Linienbus mit mehr Fahrgast-, Bedien- und Wartungsfreundlichkeit. Die von unterschiedlichen Verkehrsbetrieben stammenden zehn Mitglieder legten bei den im vierwöchigen Abstand stattfindenden Sitzungen mit einfacher Mehrheit bindende BeschlĂŒsse fest. Dabei wurde der Einfachheit halber lediglich vom zweiachsigen Eindecker ausgegangen. Die Standardisierung sollte sich auf den Wagenkörper, seine Einrichtungen und die elektrische Anlage konzentrieren.cite-ref-1[1] FĂŒr die endgĂŒltigen Festlegungen bei den Punkten Fußbodenhöhe, Fahrerplatz und blendfreie Frontscheibe wurden jeweils Gutachten bei verschiedenen Instituten eingeholt.

Erste Generation: VÖV-Bus

Am 13. Oktober 1967 wurden die ersten Prototypen des VÖV-Standard-Linienbusses nach diesen Vorgaben durch BĂŒssing, Magirus-Deutz und Daimler-Benz vorgestellt. Der Prototyp von Magirus-Deutz war anschließend bis zum September 1968 in Hamburg im Probeeinsatz.cite-ref-2[2] Die gemachten Erfahrungen der WerkstĂ€tten, Fahrer und FahrgĂ€ste flossen in die endgĂŒltige VÖV-Richtlinie Typenempfehlung fĂŒr einen VÖV-Standard-Linienbus (SL) ein. Das Lastenheft forderte Fahrzeuge mit einer LĂ€nge von 11.000 mm bei einem Radstand von 5600 mm, vorderer Überhang 2400 mm, hinterer Überhang 3000 mm mit einem unterflur liegenden Heckmotor. Die Karosserie sollte einen Fensterteiler von 1430 mm (siebenmal) aufweisen, außerdem zwei zweiflĂŒgelige InnenschwenktĂŒren mit einer lichten Durchgangsbreite von 1250 mm und einen fĂŒr damalige Zeit niedrigen Wagenboden (725 mm) mit zwei Stufen (je 220 mm) an den beiden TĂŒren. Der Standard-Linienbus war von Beginn an fĂŒr den schaffnerlosen Einmannbetrieb mit Fahrgastfluss von vorn nach hinten konzipiert.

Die Motorleistung sollte mindestens 8,8 kW (12 PS) je Tonne bezogen auf das Gesamtgewicht betragen, was einem Wert von etwa 141 kW entsprach. Auf der Außenseite des Fahrerplatzes war ein zentrales Elektrofach vorgesehen. Der Fahrerarbeitsplatz war einheitlich gestaltet (sogenannter VÖV-Fahrerplatz), die zweiteilige Windschutzscheibe war zur Verhinderung von Spiegelungen aus dem Innenraum horizontal gewölbt. Die Anordnung der gepolsterten Sitze war vorgegeben, als Anzahl waren 44 bei 2+2-Vollbestuhlung bzw. 37 bei 2+1-Anordnung zwischen den TĂŒren vorgesehen. Das ergab eine Stehplatzanzahl von 61 bzw. 78. GegenĂŒber der MitteltĂŒr war Platz fĂŒr die Mitnahme von zwei Kinderwagen vorgesehen. Neu war auch die Einheitlichkeit der Haltestangen mit Anordnung von Signalknöpfen fĂŒr den Ausstiegswunsch der FahrgĂ€ste. FĂŒr die Vereinheitlichung der Elektrik gab es einen Verkabelungsplan, auch Lage und GrĂ¶ĂŸe von Beleuchtung, Beschilderung und ReklameflĂ€chen wurden festgehalten.

Als Hersteller beschĂ€ftigten sich mit dem VÖV-Bus die Unternehmen BĂŒssing, Klöckner-Humboldt-Deutz (Magirus-Deutz), Daimler-Benz, MAN (alle Bundesrepublik Deutschland) und Ikarus aus Ungarn. In der Übergangszeit nach der Übernahme von BĂŒssing durch MAN gab es VÖV-Busse auch mit dem Markennamen „MAN-BĂŒssing“ (ab 1971); nach der Eingliederung von Magirus-Deutz in IVECO bis 1982 auch mit dem zusĂ€tzlichen IVECO-Schriftzug.

Die Fahrzeuge waren in ihren Maßen und Aufteilungen weitgehend gleich, die Motoren und die Front-, Heck- und Dachgestaltung mit markenspezifischem Design waren grundsĂ€tzlich individuell, wenn auch die Frontgestaltung nur bei den in Frankreich bei Berliet (nach der Übernahme durch Renault unter dieser Marke) hergestellten Fahrzeugen in bedeutendem Maße abwich. Magirus-Deutz baute als einziger der beteiligten Hersteller luftgekĂŒhlte Dieselmotoren ein. Eine Serie von BĂŒssing fĂŒr die Berliner Verkehrs-Betriebe BVG mit der Modellbezeichnung BS 110 V SL sowie Magirus-Deutz und MAN waren zudem die einzigen, die eine komfortable EinzelradaufhĂ€ngung aufweisen konnten, ansonsten hatten alle anderen Busse dieses Typs stets luftgefederte Starrachsen. Wichtige Teile wie beispielsweise die Fensterscheiben, die TĂŒren, die Beleuchtungseinrichtungen und die ZielschildkĂ€sten waren dagegen herstellerunabhĂ€ngig identisch und demnach austauschbar. Dies diente zum einen den Herstellern, sie konnten durch insgesamt höhere StĂŒckzahlen bei den Teile-Produzenten Kosten reduzieren. Zum anderen profitierten die Verkehrsunternehmen von der vereinfachten Ersatzteilhaltung und der einheitlichen Handhabung der unterschiedlichen Fabrikate beim Werkstatt- und Fahrpersonal. FĂŒr die FahrgĂ€ste von Vorteil war schließlich die einheitliche Anordnung von Einstiegen, Haltegriffen und Rollbandanzeigen.

Vorgesehen wurde auch eine kleinere Version des Standard-Busses, die durch VerkĂŒrzung um einen Fensterteiler (1430 mm) auf 9,57 Meter LĂ€nge erreicht wurde. Diese wurde bis Anfang der 1970er Jahre von BĂŒssing (BS 100 V) und Magirus-Deutz (170 S 10 H) angeboten und produziert. Angeregt wurde auch, einen „Gelenkzug-Motorwagen“ zu konstruieren. In Anlehnung an die VÖV-Vorgaben wurden anschließend Gelenkbusse von Aufbauherstellern wie Emmelmann, Göppel und Vetter sowie Anderthalbdecker von Ludewig und Vetter hergestellt. Diese hatten aber im Gegensatz zum Standard-Linienbus einen unterflur angeordneten Mittelmotor im Vorderwagen und dadurch bedingt einen höheren Wagenboden mit drei Trittstufen an den TĂŒren. Magirus-Deutz lieferte bereits 1968 dreitĂŒrige Stadtbusse mit der Typbezeichnung 170 S 11 M mit Mittelmotor und Heckplattform an die Kölner Verkehrsbetriebe (KVB). BĂŒssing fertigte 1970 eine Vorserie von sechs dreitĂŒrigen Heckmotorbussen fĂŒr die Verkehrsbetriebe ZĂŒrich mit „Schweizer Front“ (Windschutzscheibe nach System Werkspoor), denen 1972/1973 82 Wagen BS 110 V-R folgten, die eine grĂ¶ĂŸere Leistung von 210 PS / 155 kW durch eine verbesserte Einspritzpumpe entwickelten.cite-ref-3[3]cite-ref-4[4]

Nach Entwicklung des Standard-Überlandbusses (StÜLB) gab es den Standard-Linienbus ab Anfang der 1970er Jahre anstatt mit der flachen VÖV-Front mit den beiden um eine horizontale Achse gebogenen Windschutzscheiben auch mit der mehr gerundeten StÜLB-Front, die die gerade nach vorn ausgestellten und an den Seiten um die Ecken gebogenen Windschutzscheiben hatte. Diese Front erhöhte die WagenlĂ€nge um 17 cm.

Ab 1978 fertigte Daimler-Benz den bei FFG entwickelten Schubgelenkbus mit Heckmotor mit der Nutzung der patentierten Knickwinkelsteuerung des Gelenks als Mercedes-Benz O 305 G komplett in Eigenregie ohne Aufbauhersteller. SpĂ€ter baute auch Magirus-Deutz einen eigenen Gelenkbus mit Heckmotor, allerdings mit Antrieb ĂŒber Kardanwelle durch das Gelenk auf die mittlere Achse. FĂŒr MAN baute weiterhin Göppel den Gelenkbus, nun allerdings auch mit Heckmotor aber weiterhin mit Antrieb der mittleren Achse ĂŒber Kardanwelle Ă€hnlich wie bei Magirus-Deutz.

Im Jahr 1972 entwickelten die Gaubschat Fahrzeugwerke zusammen mit den Berliner Verkehrs-Betrieben (BVG) im damaligen West-Berlin einen Doppeldeckerbus mit Heckmotor in Anlehnung an die VÖV-Empfehlungen. Dieser Standard-Doppeldecker (MAN SD 200) hatte einen sehr niedrigen Wagenboden (400 mm) und MAN-Komponenten. Die Aufbauten fertigte das Berliner Werk der Orenstein & Koppel (O&K), spĂ€ter auch die Thyssen Waggon-Union hauptsĂ€chlich fĂŒr die BVG, aber auch fĂŒr die LĂŒbeck-TravemĂŒnder Verkehrsgesellschaft (LVG).

Mit Aufbauten und Lizenzfertigungen beschĂ€ftigten sich Heuliez in Frankreich (Aufbauten auf Fahrwerken von Mercedes-Benz), Berliet/Renault in Frankreich, Biamax in Griechenland (Aufbauten auf Fahrwerken von Mercedes-Benz), Jelcz in Polen (als Lizenz von Berliet), Pegaso in Spanien (als Lizenz von MAN) und die tĂŒrkische MAN-Tochtergesellschaft MANAƞ. Die Busse von GrĂ€f & Stift und Steyr wurden unter dem Namen „GrĂ€f & Stift“ und „GrĂ€f & Deutz“ (wenn ein Magirus-Deutz-Fahrwerk verwendet wurde) sowie „Steyr-GrĂ€f“ verkauft. GrĂ€f & Stift gehörte ab 1971 zur MAN, die Nutzfahrzeugproduktion von Steyr kam ab 1989 ebenfalls hinzu. Die Fahrwerke und Motoren von Daimler-Benz und MAN wurden auch von KĂ€ssbohrer (Setra), AuwĂ€rter Neoplan und Vetter fĂŒr den Bau von Linienbussen verwendet, die jedoch in wesentlichen Punkten nicht den Standardisierungs-Richtlinien entsprachen. So hatten beispielsweise die meisten GrĂ€f & Stift-Wagen (MAN) keinen Heckmotor, dafĂŒr aber einen zusĂ€tzlichen Einstieg am Heck.

1979 wurde von der ÖAF - GrĂ€f & Stift AG im Auftrag der MAN ein Gelenk-O-Bus-Prototyp mit den VÖV-Standard-Linienbus-Maßen gebaut, der fĂŒr eine Langzeit-Erprobung im Solinger O-Bus-Netz vorgesehen war. Der 17,32 m lange dreitĂŒrige Gelenkbus mit einem zulĂ€ssigen Gesamtgewicht von 26 t hatte einen im hinteren Fahrzeugteil untergebrachten Reihenschlussmotor mit einer Leistung von 170 kW, der sowohl die letzte Achse als auch ĂŒber eine weitere Gelenkwelle durch das Gelenk hindurch auch die mittlere Achse antrieb, die beide doppelt bereift waren. Im Heck war rechts als Hilfsmotor fĂŒr stromlose Abschnitte ein 4-Zylinder-Verbrennungsmotor (63 kW) mit Automatikgetriebe untergebracht, der ĂŒber Magnetkupplung und Kettenantrieb durch den E-Motor auf beide Antriebsachsen wirkte. Der Bus mit einer Fußbodenhöhe von 73,5 cm hatte 55 Sitz- und 105 StehplĂ€tze. Der Wagen war mit dem StÜLB-Bug, der die WagenlĂ€nge um 17 cm gegenĂŒber dem VÖV-Bug vergrĂ¶ĂŸert, versehen. Die Verglasung des Prototyps mit nach unten vergrĂ¶ĂŸertem Fahrerfenster und bis zur seitlichen unteren Fensterlinie reichenden hinteren Heck- und Eckfenstern entsprach den damaligen MĂŒnchner MAN-Stadtbussen.cite-ref-5[5]

Die VÖV-Busse verbreiteten sich schnell, es gab fast keine Stadt in der Bundesrepublik Deutschland, in der die Fahrzeuge nicht eingesetzt wurden. Auch im Ausland waren sie zahlreich unterwegs, einerseits durch auslĂ€ndische Lizenzfertigung und andererseits durch Exporte der deutschen Hersteller. So waren sie auch zahlreichen StĂ€dten in Österreich zu sehen, und mehrere fremdkarosserierte Mercedes-Benz O 305 fanden unter anderem auch ihren Einsatz in Australien.

Andererseits existierten in einigen FĂ€llen auch im Ausland hergestellte Standard-Linienbusse, die in Deutschland verkehrten. So etwa Fahrzeuge von Ikarus der VHH in Hamburg, Norderstedt und NeumĂŒnster sowie Renault im Saarland, letztere verfĂŒgten ĂŒber eine abweichende Front- und Heck-Gestaltung. Auch einzelne Elemente des deutschen Standard-Busses wie das zentrale Elektrofach oder die blendarme gewölbte Windschutzscheibe wurden von weiteren in- und auslĂ€ndischen Omnibusherstellern ĂŒbernommen, darunter beispielsweise von Volvo aus Schweden fĂŒr seine Linienbusse. Diese gelangten wiederum ebenfalls in zahlreiche LĂ€nder; zum Teil befinden sie sich bis heute im Einsatz.

Die Standard-Linienbusse der ersten Generation bewĂ€hrten sich nach anfĂ€nglichen Schwierigkeiten gut und kamen sowohl bei den Fahrern als auch den FahrgĂ€sten gut an. Zudem zeichneten sie sich in den spĂ€teren Jahren durch eine solide bauliche QualitĂ€t aus, die zusammen mit den Polstersitzen und der Luftfederung fĂŒr Fahrkomfort sorgte.

Zweite Generation: SL II

Mitte der 1970er Jahre stellte der VÖV Überlegungen zum Nachfolger des VÖV-Busses der ersten Generation an. Dabei sollten unter anderem die Informationseinrichtungen verbessert und der Sitzteiler etwas vergrĂ¶ĂŸert werden, was eine grĂ¶ĂŸere GesamtlĂ€nge zur Folge hatte. Insbesondere sollte aber die Einstiegssituation verbessert werden. Um die Höhe des Fahrzeugbodens zu verringern, und nur noch eine Stufe im Fahrzeug zu haben, wurden kleinere RĂ€der mit sogenannten 55-Prozent-Niederquerschnitts-Reifen vorgesehen (50er Reifen). Die FFG, die schon an der Entwicklung des VÖV-Busses der ersten Generation maßgeblich beteiligt war, stellte 1976 mit finanzieller UnterstĂŒtzung des Bundesministeriums fĂŒr Forschung und Technologie (BMFT) einen Versuchsbus vor, nach dessen Erprobung bei der Hamburger Hochbahn (HHA) und anderen Verkehrsbetrieben weitere 22 Prototypen als sogenannter S 80 (Stadtbus der 1980er Jahre) folgten. Die Motorleistung sollte gemĂ€ĂŸ den Entwicklungszielen mindestens 176,5 kW (240 PS) betragen. Prototypen der Hersteller Daimler-Benz, MAN, AuwĂ€rter Neoplan, KĂ€ssbohrer Setra und Iveco Magirus folgten zu Beginn der 1980er Jahre. Im Jahr 1982 wurden drei Prototypen eines Gelenkbusses G 80 der MAN mit Heckmotor und Antrieb ĂŒber Kardanwelle auf die zweite Achse bei der Rheinbahn in DĂŒsseldorf getestet.

Nach der zweijĂ€hrigen Erprobung der S 80 bei acht verschiedenen Verkehrsbetrieben wurde die Typenempfehlung des VÖV zum sogenannten SL II (Standard-Linienbus, zweite Generation) ĂŒberarbeitet. Die 55-Prozent-Reifen bewĂ€hrten sich nicht, da sie den Fahrkomfort verschlechterten und aufgrund des geringeren Abrollumfangs auch verschleißanfĂ€lliger waren und Probleme bei den Bremsen verursachten, sodass jetzt eine 70-Prozent-Bereifung (70er Reifen) vorgesehen wurde. Die Typen- und Konditionenempfehlung fĂŒr den Standard-Linienbus SL II des VÖV (von 1983) sah eine WagenlĂ€nge von 11.475 mm bei einem Radstand von 5.875 mm vor, die Fußbodenhöhe von vorn bis zur MitteltĂŒr lag jetzt bei 710 mm, die TĂŒrbereiche wiesen wieder zwei, allerdings kleinere Stufen von 195 mm auf. Es waren verschiedene Bestuhlungen vorgesehen mit 38 bzw. 44 SitzplĂ€tzen.

Ab 1984 begann die Serienfertigung der Standardlinienbusse der zweiten Generation bei den Herstellern MAN (SL 202), Daimler-Benz (MB O 405) und AuwĂ€rter Neoplan (N 416). Daimler-Benz entwickelte und baute – wie schon bei den eigenen Gelenkbussen der ersten Generation – erneut einen Schubgelenkbus-Typ mit Antrieb auf die dritte Achse (O 405 G). Die Hersteller Magirus-Deutz, KĂ€ssbohrer Setra und BĂŒssing konnten keinen SL II mehr produzieren. BĂŒssing war bereits 1971 vollstĂ€ndig von der MAN ĂŒbernommen und Magirus-Deutz hatte als Teil der Iveco seine Busproduktion in Deutschland 1982 eingestellt. KĂ€ssbohrer Setra hatte zwar auch einen Standard-II-Bus beim Augsburger Karosseriebauer Göppel fĂŒr sich entwickeln lassen, wurde jedoch aufgrund eines angedrohten Motorenboykotts der Hersteller Daimler-Benz und MAN daran gehindert, seinen Standardbus in Serie zu bauen. KĂ€ssbohrer entwickelte daraufhin seine Modelle S 215 SL (Stadtlinienbus) und S 215 UL (Überlandlinienbus) aus der 200er Reisebus-Serie lediglich mit einigen Standardbus-Elementen. Letzterer Bustyp, der Setra S 215 UL, wurde einer der beliebtesten Überlandbusse in den 1980er und 1990er Jahren.

Auch vom VÖV SL II der zweiten Generation gab es mit dem MAN SD 202 wie schon beim VÖV SL I eine Doppeldecker-Variante, die in den Fahrzeuggesamtangeboten von MAN auch als „Standard-Doppeldecker der II. Generation“ bezeichnet wurde. Diese von MAN (Fahrwerk, Motor) und Waggon Union (Aufbau) gebauten Fahrzeuge waren optisch stark an die SL-II-Busse angelehnt, wobei der grĂ¶ĂŸte konstruktive Unterschied gegenĂŒber dem SL II die niederflurige AusfĂŒhrung des Wagenbodens ohne Stufen an den Einstiegen war (die spĂ€ter erschienene Niederflur-Version ND 202 kann aufgrund weiterer signifikanter Unterschiede nicht mehr zu den Standard-Bussen gerechnet werden). Wie der VorgĂ€nger MAN SD 200 wurden die MAN SD 202 an die BVG und an die LVG in LĂŒbeck geliefert, hier mit der kĂŒrzer (grĂ¶ĂŸer) ĂŒbersetzten Hinterachse, wobei sie bei der BVG interne Bezeichnungen nach Baujahren (beispielsweise D 88 und D 89) erhielten.

In Anlehnung an den SL II wurden auch Midibusse produziert, die kĂŒrzer (Neoplan N 4007, MAN SM 152) und teilweise auch schmaler waren (Mercedes-Benz O 402).

Die VÖV-Busse der zweiten Generation verbreiteten sich auch dieses Mal rasch im gesamten Bundesgebiet. Im Ausland waren sie diesmal jedoch weniger erfolgreich, da Lizenzversionen praktisch nur noch bei GrĂ€f & Stift in Österreich entstanden und andere große auslĂ€ndische Hersteller wie Renault und Heuliez in Frankreich und IVECO in Italien selbst entwickelte Fahrzeuge auf ihren jeweils heimischen Markt brachten. Im Fall von IVECO konnte dabei ab 1975 auch auf die Erfahrung bei (in der IVECO aufgegangenen) Magirus zurĂŒckgegriffen werden: beim FIAT 470/570/670 und IVECO Effeuno auf den SH 110 bzw. L 117, beim IVECO TurboCity auf den L 118.cite-ref-6[6] Die auslĂ€ndischen Hersteller sorgten somit fĂŒr eine grĂ¶ĂŸere Konkurrenz, wenngleich auch diesmal einige Exporterfolge der deutschen Hersteller zu verzeichnen waren.

Standard-Überlandbus (StÜLB und Ü 80)

Erste Generation: StÜLB

Nach den positiven Erfahrungen mit dem VÖV-Bus wurden Forderungen laut, auch fĂŒr Überland-Linien vereinheitlichte Busse zu bauen. Ein Arbeitskreis von Bundesbahn, Bundespost (Kraftpost), Nichtbundeseigenen Eisenbahnen (BDE) und im Verband BDP zusammengeschlossenen Unternehmen erarbeitete ein neues Lastenheft fĂŒr einen Standard-Überlandbus (StÜLB). Im Jahr 1973 wurde eine besondere Richtlinie zum Bau eines Standard-Überlandlinienbusses (StÜLB) herausgegeben. Er war etwas lĂ€nger (11,7 Meter) als der VÖV-Bus, bot mehr und bequemere SitzplĂ€tze (53, Sitzteiler 720 mm), hatte einen etwas höheren Wagenboden (900 mm) fĂŒr Unterflur-KofferrĂ€ume, AußenschwingtĂŒren (vorn nur einfachbreit), außerdem eine abgerundetere Front mit vertikal an den Seiten gebogenen Windschutzscheiben. BĂŒssing baute den ersten Prototyp des StÜLB bereits 1971cite-ref-7[7], die anderen drei Hersteller Magirus-Deutz, MAN und Daimler-Benz prĂ€sentierten 1972 ihre Prototypen nach diesen Vorgaben.

Die Serienfertigung begann wenig spĂ€ter. Durch die Eingliederung von BĂŒssing in den MAN-Konzern fiel einer der vier Hersteller allerdings wieder weg. Der StÜLB wurde besonders zahlreich an die Deutsche Bundespost und die Deutsche Bundesbahn geliefert. Hersteller der Bahn- und Postbusse waren zunĂ€chst Magirus-Deutz und Daimler-Benz, spĂ€ter auch MAN. Vom STÜLB I wurden bis April 1988 von allen Herstellern zusammen etwa 10.600 Komplettfahrzeuge hergestellt.cite-ref-8[8]

Auf Basis des StÜLB entstanden bei Magirus-Deutz als einzigem Hersteller dieser Lösung auch Kombibusse des Typs L 117 P: Hier wurden die Sitze auf höhere Podeste gestellt, um das Kofferraumvolumen zu erhöhen. Außerdem wurde statt des Mittelausstiegs eine einfachbreite TĂŒr hinter der Hinterachse angeboten. Es gab vom Magirus-Deutz L 117 auch besondere Versionen etwa als Reisebus von Karosseriebauern, z. B. von Voll (WĂŒrzburg) und Padane (Italien).

Da die Frontgestaltung des StÜLB gefĂ€lliger war als die der VÖV-Busse wurden auch die VÖV-Stadtbusse nun fakultativ mit dem Frontdesign des StÜLB angeboten. Bei MAN fĂŒhrte dies dazu, dass die Stadtbusse nach VÖV-Vorgaben dann ĂŒberwiegend mit StÜLB-Front ausgeliefert wurden. Andererseits war der Überlandbus auch mit doppeltbreiter VordertĂŒr wie beim VÖV-Bus lieferbar, verschiedene Hersteller boten auch andere TĂŒranordnungen an (beispielsweise schmale MitteltĂŒr bei MAN, schmale HecktĂŒr bei Magirus-Deutz).

Zweite Generation: Ü 80 / StÜLB II

Bis MĂ€rz 1979 wurde, wieder mit finanzieller Beteiligung des BMFT, bei den FFG der Prototyp der zweiten Überlandvariante hergestellt, bezeichnet als Ü 80. Er hatte mehr Gemeinsamkeiten mit dem SL II als der StÜLB I mit dem SL I, er unterschied sich durch eine etwas grĂ¶ĂŸere WagenlĂ€nge (11.850 mm bei 6.150 mm Radstand) fĂŒr 14 Sitzreihen (51 SitzplĂ€tze), kleinere Fahrtzielanzeige vorn und eine bessere Heizungswirkung. Der Bus war mit Reifen der GrĂ¶ĂŸe 11/70 R 22,5 ausgerĂŒstet, der Fahrzeugboden lag vorn 760 mm und in der Mitte 860 mm ĂŒber der Fahrbahnhöhe und konnte ĂŒber zwei 190 mm bzw. 240 mm hohe Stufen im Bus erreicht werden. Der von FFG gebaute Prototyp verfĂŒgte in der Mitte ĂŒber eine doppeltbreite AußenschwingtĂŒr, vorn doppeltbreite InnenschwingtĂŒr, fĂŒr die Serie waren AußenschwingtĂŒren (vorn einfachbreit einflĂŒgelig) vorgesehen. Dieser Prototyp wurde vom 23. November 1979 bis zum 15. Oktober 1981 bei den PVG, der KVG Stade und bei Friedrich Jasper Rund- und Gesellschaftsfahrten in Hamburg getestet.cite-ref-9[9] Ab Ende 1981 wurden von Daimler-Benz, IVECO Magirus, AuwĂ€rter Neoplan und KĂ€ssbohrer Setra insgesamt 19 Vorserien-Fahrzeuge gebaut und bei 13 Verkehrsbetrieben in verschiedenen Gebieten der BRD getestet. MAN baute zwei Fahrzeuge erst spĂ€ter und nutzte sie nur intern.cite-ref-10[10]

FĂŒr Daimler-Benz z. B. baute FFG 1982 fĂŒnf Prototypen. Die Serienwagen wurden von Daimler-Benz (Mercedes-Benz O 407) und von AuwĂ€rter Neoplan (N 416 Ü) hergestellt. MAN baute den StÜLB I (SÜ 240) noch bis 1989 weiter. Ab 1987 wurde dann der auf dem Ü-80-Prototyp basierende MAN SÜ 242 gebaut, der den SÜ 240 spĂ€ter ersetzte.

Von IVECO Magirus und KĂ€ssbohrer entstanden Prototypen, eine Serienfertigung des Ü 80 kam bei diesen Herstellern jedoch nicht zustande: KĂ€ssbohrer gab dieses Projekt nach wenigen gebauten Versuchsfahrzeugen zugunsten des eigenstĂ€ndigen Setra S 215 UL auf, nachdem die Hersteller MAN und Daimler-Benz mit einem Motoren-Lieferboykott gedroht hatten. Der S 215 UL entwickelte sich spĂ€ter zum erfolgreichsten Überlandbus seiner Zeit. Magirus, seit 1975 in der IVECO eingegliedert, konstruierte noch den Ü-80-Überlandbus 240 L 118, von dem sieben Prototypen gebaut wurden, stellte seine Busproduktion in Deutschland jedoch im Jahr 1982 ein. Diese Konstruktion diente allerdings als Basis fĂŒr die IVECO-Baureihe TurboCity, deren Anpassung an italienische VerhĂ€ltnisse – u. a. drei bzw. vier breite DoppeltĂŒren – bis 1988 dauerte.cite-ref-11[11]

Standard-Linienbus-Modelle

Erste Generation (SL I)

‱ MAN: 750 HO-SL / SL 192, SL 200, 890 SG / SG 192, SG 220, SG 240 H, SG 280 H, SD 200, SÜ 240, MAN / GrĂ€f & Stift SG
‱ Ikarus 190
‱ Heuliez O 305, O 305 G (Aufbauten auf Fahrwerken von Mercedes-Benz, anderes Heck)
‱ Berliet / Renault PR 100, ER 100, PR 180 (jeweils andere Front und anderes Heck)
‱ Pegaso mit Ähnlichkeiten zum MAN SL 200

Zweite Generation (SL II)

‱ Mercedes-Benz O 405, MB O 405 T (Trolleybus), MB O 405 G, Mercedes-Benz O 407, MB O 402 (Midibus, Aufbau von Göppel auf Fahrwerk von NAW)
‱ AuwĂ€rter Neoplan N 416 und N 416 SÜ, N 4007 SL II (Midibus)
‱ KĂ€ssbohrer Setra Ü 80 (Überlandbus-Prototyp, produziert von Göppel)
‱ IVECO Magirus 240 L 118 (Überlandbus-Prototyp, keine Serienproduktion)
‱ ÖAF – GrĂ€f & Stift GS LH 240 M11
‱ DeLorean Motor Company DMC-80 (Stadtbus-Prototyp, keine Serienproduktion)cite-ref-12[12]cite-ref-13[13]

Weitere Entwicklung

Das Aufkommen der Niederflurbusse in den 1990er Jahren lĂ€utete das schleichende Ende der Standard-Fahrzeuge ein. Aus der zweiten Generation wurde der Niederflurbus weiter entwickelt, Beispiele sind der AuwĂ€rter Neoplan N 4014 NF, der Mercedes-Benz O 405 N und der MAN NL 202. Bei den Herstellern ĂŒberstiegen die Produktionszahlen der wieder bei jedem Hersteller individuell entwickelten Niederflurmodelle rasch diejenigen der hochflurigen Standard-Linienbusse, was allerdings auch daran lag, dass es fĂŒr niederflurige Fahrzeuge höhere Förderungen durch die BundeslĂ€nder gab. Das Design der neuen Niederflur-Modelle lehnte sich noch stark an die VorgĂ€nger der Standard-II-Generation an, weshalb dieser Bustyp manchmal fĂ€lschlich als „VÖV III“ bezeichnet wird, obwohl der Verband an ihrer Entwicklung und Konstruktion diesmal nicht beteiligt war. Auch in diesem Fall wurde das Konzept der neuen Niederflurbusse von auslĂ€ndischen Herstellern kopiert, sodass sie den Fahrzeugen der deutschen Hersteller zum Teil sehr Ă€hnlich sind. Im Jahr 2001 lief der letzte Standard-Linienbus bei Mercedes-Benz im Werk Mannheim vom Band. Bei MAN wurde der SL 202 in Deutschland gar nur bis 1996 gebaut. Die Vielfalt der Bustypen nimmt seitdem wieder stark zu. Die Standard-Linienbusse der zweiten Generation sind nur noch sehr selten auf deutschen Straßen unterwegs, diejenigen der ersten Generation haben mittlerweile Oldtimerstatus erreicht. Die Modelle von BĂŒssing und Magirus-Deutz sind trotz ihrer einst weiten Verbreitung mittlerweile höchst selten geworden und gelten als RaritĂ€ten.

Oberleitungsbusse

Vereinzelt entstanden ab 1974 auch Oberleitungsbusse auf Standardbus-Basis, zusammen etwas ĂŒber 600 StĂŒck. Eine Übersicht geben folgende Tabellen:

MAN / GrĂ€f & Stift / ÖAF / Vetter SL I

| Baujahre | Typ | Elektrik | Anzahl | Beschreibung | Betrieb | Nummern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1974 | SG 192 | Kiepe | 2 | Gelenkwagen, Aufbau von Vetter | Oberleitungsbus Kaiserslautern | 122–123 |
| 1975 | OE 110/54/A | Kiepe | 11 | Solowagen | Oberleitungsbus Salzburg | 113–123 |
| 1977 | GE 105/54/57/A | Kiepe | 1 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Kapfenberg | 20 |
| 1976 | GE 110/54/57/A | Kiepe | 6 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Salzburg | 155–160 |
| 1978–1981 | GE 105 M 16 | Kiepe | 4 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Kapfenberg | 21–24 |
| 1979 | SG 200 TH | Kiepe | 1 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Solingen | 81 |
| 1979 | GE 150 M 16 | Kiepe | 1 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Salzburg | 161 |
| 1980–1985 | GE 110 M 16 | Kiepe | 36 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Salzburg | 129–147, 162–178 |
| 1980 | GE 110/54/57/A | BBC-SĂ©cheron | 3 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Bergen | 325–327 |
| 1983 | SG 240 H Duo | Kiepe | 1 | Gelenkwagen, Duo-Bus , Spurbus | Essener Verkehrs-AG | 3700 |
| 1983/1984 | GE 150 M 18 | Kiepe | 20 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Linz | 201–220 |
| 1984 | SL 200 | BBC-SĂ©cheron | 1 | Solowagen, Duo-Bus | VorfĂŒhrwagen / Prototyp | keine |
| 1984–1986 | SG 200 HO | Kiepe | 22 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Solingen | 1–6, 7 I , 7 II , 8–21 |
| 1985 | ? | BBC-SĂ©cheron | 3 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Bergen | 331–333 |
| 1986 | SG-T310 | Siemens | 46 | Gelenkwagen | Seattle | 4000–4045 |

MAN / GrĂ€f & Stift / ÖAF SL II

| Baujahre | Typ | Elektrik | Anzahl | Beschreibung | Betrieb | Nummern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1985–1987 | OE 112 M 11 | Kiepe | 2 | Solowagen | Oberleitungsbus Kapfenberg | 15 und 16 |
| 1986/1987 | OE 112 M 11 | Kiepe | 6 | Solowagen | Oberleitungsbus Salzburg | 101–106 |
| 1986/1987 | SL 172 HO | Kiepe | 46 | Solowagen, dreiachsig | Oberleitungsbus Solingen | 23–68 |
| 1988 | GE 152 M 18 | ABB | 16 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Innsbruck | 801–816 |
| 1989–1994 | GE 112 M 16 | Kiepe | 35 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Salzburg | 179–188, 200–214, 218+219, 221–228 |
| 1989 | GE 112 M 16 | Kiepe | 1 | Gelenkwagen | Oberleitungsbus Kapfenberg | 25 |
| 1992 | NGE 152 M 18 | Kiepe | 10 | Niederflur-Gelenkwagen | Oberleitungsbus Innsbruck | 817–826 |
| 1993/1994 | NGE 152 M 17 | Kiepe | 12 | Niederflur-Gelenkwagen | Oberleitungsbus Eberswalde | 004, 011, 029–037, 039 |
| 1993/1994 | NGE 152 M 18 | Kiepe | 3 | Niederflur-Gelenkwagen | Oberleitungsbus Eberswalde | 017, 038, 040 |
| 1994–1997 | NGT 204 M 16 | Kiepe | 22 | Niederflur-Gelenkwagen | Oberleitungsbus Salzburg | 229–238, 241–252 |
| 1996 | NGT 204 M 16 | Kiepe | 1 | Niederflur-Gelenkwagen | Oberleitungsbus Kapfenberg | 35 |

Mercedes-Benz / Vetter SL I

| Baujahre | Typ | Elektrik | Anzahl | Beschreibung | Betrieb | Nummern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1978 | O 305 T | Kiepe | 1 | Solowagen, Eigenumbau | Oberleitungsbus Kaiserslautern | 135 |
| 1979 | O 305 B/E | Bosch / Dornier / VARTA | 2 | Solowagen, Batterie- oder E-Betrieb | Oberleitungsbus Esslingen am Neckar | 301 und 302 |
| 1979 | O 305 D/E | Bosch / Dornier | 2 | Solowagen, Diesel- oder E-Betrieb | Oberleitungsbus Esslingen am Neckar | 303 und 304 |
| 1979 | O 305 G D/E | Bosch / Dornier | 1 | Gelenkwagen, Diesel- oder E-Betrieb | Oberleitungsbus Esslingen am Neckar | 305 |
| 1979 | OE 305 | Siemens / BBC-Sécheron | 1 | Solowagen, Prototyp | São Paulo | ? |
| 1981 | O 305 GG | AEG | 1 | Doppelgelenkwagen , Spurbus | O-Bahn-Versuchsanlage Rastatt | keine |
| 1982–1986 | VE 16 SO | Kiepe | 4 | Gelenkwagen, von Vetter hergestellt | Oberleitungsbus Esslingen am Neckar | 201–204 |
| 1982/1983 | O 305 GT | BBC-Sécheron | 5 | Gelenkwagen | diverse | siehe Hauptartikel |
| 1983 | O 305 GTD | AEG | 4 | Gelenkwagen, Duo-Bus, teilweise Spurbus | diverse | siehe Hauptartikel |

Mercedes-Benz / Hispano Carrocera SL II

| Baujahre | Typ | Elektrik | Anzahl | Beschreibung | Betrieb | Nummern |
|---|---|---|---|---|---|---|
| 1986 | O 405 T | AEG | 1 | Solowagen | VorfĂŒhrwagen / Prototyp | keine |
| 1986–1995 | O 405 GTD | AEG | 47 | Gelenkwagen, Duo-Bus, teilweise Spurbus | diverse | siehe Hauptartikel |
| 1986–1993 | O 405 GTZ | ABB | 100 | Gelenkwagen, Zusatzantrieb | diverse | siehe Hauptartikel |
| 1994–1999 | O 405 G HCE | Kiepe / Adtranz | 113 | Gelenkwagen, Aufbau von Hispano Carrocera (HCE) | Oberleitungsbus Quito | 1–113 |
| 1996 | O 405 GNTD | Kiepe / ZF | 1 | Niederflur-Gelenkwagen, Duo-Bus | Trolleybus ZĂŒrich | 51 |
| 2004–2010 | O 405 NE | 23 × gebraucht 5 × Enika | 28 | Niederflur-Solowagen, Eigenumbau aus O 405 N | Gdynia | 3013–3020, 3041, 3045–3048, 3050–3052, 3055–3066 |

Renault Duobus nach SL-I-Bauart

| Baujahre | Typ | Elektrik | Anzahl | Betrieb | Nummern |
|---|---|---|---|---|---|
| 1982–1984 | PER 180 H | | 64 | VorfĂŒhrwagen: 2 Nancy : 48 St. Etienne : 8 Grenoble : 6 | Nancy: 603–650 Grenoble: 101–108 St. Etienne: 801–806 |

Literatur

‱ Werner Stock: VÖV-Standard-Linienbusse im Einsatz. In: Der Stadtverkehr, Heft 8/1969, S. 220–223, Verlag Werner Stock, Brackwede 1969, 1 D 21850 E.
‱ JĂŒrgen Jacobi: 10 Jahre Standardbus. Verlag Wolfgang Zeunert, Gifhorn 1977, ISBN 3-921237-40-8
‱ O.W.O. Schultz: Ein neuer Stadtbus – der VÖV-Bus II. In: UITP Revue 2/1977, Union Internationale des Transports Publics (UITP), BrĂŒssel 1977, S. 131–144 (französisch/englisch/deutsch)
‱ O.W.O. Schultz: Typenempfehlungen fĂŒr den Standard-Linienbus II – Entwicklung des Prototyps. Abschlußbericht zum FE-Vorhaben TV 7431, Hamburg-Consult (Tochterfirma der Hamburger Hochbahn), Hamburg 4/1977
‱ Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV): Unverbindliche Typen- und Konditionenempfehlung fĂŒr den Standard-Linienbus SL II. VÖV-Schriften, Reihe Technik, Ausgabe Juli 1983, Köln 1/1984
‱ O.W.O. Schultz: »ÖNV-Bus Ü80« − Prototyp −. Teilschlussbericht zum TV 7666, FFG Falkenried im Auftrag des BMFT, Hamburg 11/1983
‱ FFG, SNV, STUVA, TU Hannover Inst. f. Verkehrswirtschaft, Straßenwesen und StĂ€dtebau: Bus-Verkehrssystem – Fahrzeug Fahrweg Betrieb. S. 73–108, Verband öffentlicher Verkehrsbetriebe (VÖV) u. Verband der Automobilindustrie e. V. (VDA), Alba Buchverlag, DĂŒsseldorf 2/1979, ISBN 3-87094-771-3
‱ Standard-Überlandlinien-Omnibus II (STÜLB II). In: Verkehr und Technik, Heft 8/1988, S. 61–64 / 327–330; Erich-Schmidt-Verlag, Berlin/Bielefeld/MĂŒnchen 1988
‱ Ingo Kasten: InitialzĂŒndung – Standardbusse (Teil I). In: lastauto omnibus, Heft 7/1981, S. 66–69, Vereinigte Motor-Verlage, Stuttgart 1981
‱ Ingo Kasten: Ausstrahlung – Standardbusse (Teil II). In: lastauto omnibus, Heft 8/1981, S. 68–71, Vereinigte Motor-Verlage, Stuttgart 1981
‱ Lutz Achilles: 1968–2008 ‱ Vor 40 Jahren erster Standard-Linienbus in Hamburg. In: HOV-Verkehrsgeschichte(n), Juli 2008, Hamburger Omnibus-Verein (HOV), Hamburg 2008
‱ Hans H. Werner: Der Stadtomnibus der 80er Jahre. In: das neue universum, Nr. 94, S. 287–291, SĂŒdwest-Verlag, MĂŒnchen 1977, ISBN 3-517-00618-1
‱ Aleksandra Lippert: Globale Standards ‱ Der Weg zum einheitlichen Linienbus (1). In: Historischer Kraftverkehr, Heft 6/2011, S. 32–40, Verlag Klaus Rabe, Köln 2011, ISSN 1612-4170
‱ Aleksandra Lippert: Langfinger und Hochstapler ‱ Der Weg zum einheitlichen Linienbus (2). In: Historischer Kraftverkehr, Heft 1/2012, S. 34–40, Verlag Klaus Rabe, Köln 2012, ISSN 1612-4170
‱ Aleksandra Lippert: In die Spur geraten ‱ Der Weg zum einheitlichen Linienbus (3). In: Historischer Kraftverkehr, Heft 2/2012, S. 16–21, Verlag Klaus Rabe, Köln 2012, ISSN 1612-4170

Weblinks

‱ Verband Deutscher Verkehrsunternehmen
‱ Fotos von VÖV-Bussen verschiedener Fabrikate
‱ Hamburger Omnibus-Verein e. V. – Verkehrsgeschichte(n)

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ O.W.O. Schultz: Standard-Linien-Bus: Entwicklung – GrundzĂŒge – Ergebnisse. In: Lastauto Omnibus, Heft 10/1968, Vereinigte Motor-Verlage, Stuttgart 1968
cite-note-22. ↑ Lutz Achilles: 1968–2008 Vor 40 Jahren erster Standard-Linienbus in Hamburg. Verkehrsgeschichte(n) vom Hamburger Nahverkehr, S. 4; Hamburger Omnibus-Verein (HOV), Juli 2008 (PDF)
cite-note-33. ↑ Peter Kamm: ZĂŒrich Transport 1882–1996 · Ein historisch-technischer RĂŒckblick ĂŒber das Rollmaterial auf ZĂŒrichs Schienen und Straßen 
, Selbstverlag, Obstalden GL 1996, S. 143 + 145–147
cite-note-44. ↑ 50 BÜSSING-Trambusse fĂŒr ZĂŒrich. In: Der Stadtverkehr, Heft 2/1973, S. 53, Verlag Werner Stock, Brackwede 1973
cite-note-55. ↑ Werner Stock: Gelenktrolleybus-Prototypen. In: Der Stadtverkehr, Heft 11/12·1979, Verlag Werner Stock, Bielefeld 1979, S. 483–485
cite-note-66. ↑ Alexander Weber: Magirus Omnibusse. Verlag Podszun-MotorbĂŒcher, Brilon 2013, ISBN 978-3-86133-685-3, S. 235 bzw. 252/253
cite-note-77. ↑ JĂŒrgen Jacobi: 10 Jahre Standardbus, Verlag Wolfgang Zeunert, Gifhorn 1977, hier: S. 36
cite-note-88. ↑ Standard-Überlandlinien-Omnibus II (STÜLB II). In: Verkehr und Technik, Heft 8/1988, S. 61 / 327; Erich-Schmidt-Verlag, Berlin/Bielefeld/MĂŒnchen 1988
cite-note-99. ↑ »ÖNV-Bus Ü 80« – Prototyp – Teilschlussbericht der FFG im Auftrag des BMFT. Hamburg im November 1983
cite-note-1010. ↑ J.M. Strampp, Rudolf Unruh: Langer Marsch · Standardbus-Entwicklung. In: Lastauto/Omnibus, Heft 7/1986, Vereinigte Motor-Verlage, Stuttgart 1986
cite-note-1111. ↑ Alexander Weber: Magirus Omnibusse. Verlag Podszun-MotorbĂŒcher, Brilon 2013, ISBN 978-3-86133-685-3, S. 252/253
cite-note-1212. ↑ Jeffrey Ornstein: DMC-80: How John DeLorean's German Dream Bus Wasn't America's Future. 13. August 2024, abgerufen am 15. August 2024.
cite-note-1313. ↑ DeLorean Collectibles: The DMC-80. Abgerufen am 15. August 2024.